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alfred schnittke

Werk
Gesualdo

Oper in 7 Bildern, einem Prolog und einem Epilog von Richard Bletschacher
Don Carlo Gesualdo, Fürst von Venosa Bariton
Donna Maria Gesualdo, geborene d'Avalos, seine Gattin Mezzosopran
Don Fabrizio Caraffa, Herzog von Andria Tenor
Donna Maddalena Caraffa, seine Gattin Sopran
Kardinal Alfonso Gesualdo Baß
Don Giulio Gesualdo Bariton
Donna Sveva d'Avalos, geborene Gesualdo, Marias Mutter Alt
Donna Maria Caracciolo, geborene Gesualdo, Marchesa von Vico Sopran
Don Garzia de Toledo, Vizekönig von Neapel Tenor
Graf von Ruo, Fabrizios Großvater Bariton
Silvana Albano, Marias Kammermädchen Sopran
Frau des Gärtners von Chiaia Mezzosopran
Pietro Bardotti, Don Carlos Kammerdiener Tenor
Ascanio, Jäger Baß
Francesco, Jäger Baß
Don Raffaello, junger Priester und Lautenist stumme Rolle
5 Madrigalisten 1 Alt, 2 Countertenöre, 1 Tenor, 1 Baß


Musiker, Festgäste, Tänzer, Jäger, Mönche, Diener und Dienerinnen

Ort und Zeit: Stadt und Königreich Neapel während der Jahre 1586-1590
7 Dekorationen

3 (Picc, AltFl),3 (EnglHorn),3 (Es-Klar, BaßKlar),3 (KFag) - 4,3,3,1 - Schl (5 Spieler: Pk, Bongos, kl. Tr, gr. Tr, Bk, 2 Tam-tams, RöhrenGl, Glsp, Marimb, Vibr), Mandoline, Git, Theorbe, Harfe, Cel, Cemb, Org, Streicher
abendfüllend

Carlo Gesualdo, Fürst von Venosa, heiratet auf Wunsch des Familienrates seine Cousine Maria d'Avalos, eine junge, lebensfrohe Frau, die schon zwei Ehemänner überlebt hat. Carlo, "der düstere Träumer", ist als Lautenist und Komponist ganz der Musik ergeben; daneben hat er nur noch Sinn für die Jagd und die Bauarbeiten an seinem Schloß in Gesualdo. Maria verliebt sich auf dem Frühlingsfest des Vizekönigs von Neapel, Don Garzia de Toledo, in den Bruder ihres ersten Gatten, den Herzog von Andria, Fabrizio Caraffa, der seinerseits in einer Ehe mit Donna Maddalena, Prinzessin von Stigliano, gebunden ist.
Die rasch entflammte Leidenschaft der beiden Liebenden wird entdeckt. Don Carlo sieht sich von der öffentlichen Meinung gezwungen, die Ehre seines Hauses wiederherzustellen. Er sucht der Entscheidung auszuweichen, indem er einen Jagdunfall provoziert. Auch Maria und Fabrizio sind gewarnt worden. Sie können sich nurmehr in Briefen verständigen. Fabrizio erbittet die Trennung, um Marias Leben zu retten. Sie aber besteht auf einem offenen Bekenntnis ihrer Liebe und fordert ihn auf, zu ihr zu kommen. Don Carlo sucht vergeblich in der Musik Trost zu finden.
Im Palazzo San Severo wartet Donna Maria auf den Geliebten. Don Carlo hat einen Ausritt zur Jagd vorgetäuscht und wartet nun im Haus auf sein Opfer. Die Liebenden begegnen einander zum letzten Mal. Sie suchen und finden den Tod durch Gesualdos gedungene Mörder. Silvana, Donna Marias Kammerfrau, flieht entsetzt mit dem Kind ihrer ermordeten Herrin auf den Armen.
Der Kardinal und der Vizekönig erfahren von der furchtbaren Tat am Morgen des nächsten Tages. Schuldlose Mitwisser werden zu Geständnissen gezwungen. Der Fürst aber hat Neapel verlassen, um sich auf seinem Schloß Gesualdo zu verbergen. Donna Sveva d'Avalos beklagt den Tod ihrer Tochter. Donna Maddalena Caraffa hüllt sich in Trauerkleider. Don Carlo tut Buße in Gesualdo. Er läßt sich von seinen Mordgehilfen geißeln, während die Mönche in seiner Kapelle das "De profundis" singen. Das unaufhörliche Weinen des Kindes läßt den Verzweifelten jedoch nicht zur Ruhe kommen. Er meint an dem Kind die Züge seines Nebenbuhlers Fabrizio Caraffa wiederzuerkennen. Silvanas Versicherung, es sei sein eigenes Kind, schenkt er keinen Glauben; schließlich schaukelt er es zu Tode.

Don
Carlo:
Wenn die Musik nicht wär,
wär mir das Leben wie ein wüster Traum,
aus dem ich nicht und nicht erwache.
Müd' wär mein Mut, welk meine Hoffnung
und ohne Ziel die schweifenden Gedanken...
So aber ist die Musik um mich,
und wenn sie tönt, und Stern um Stern
in meinem Trauerhimmel mir entzündet,
stillt sie mein Herz, und ich horch weit hinaus,
weit über dieses arme Leben.

(Gesualdo, 4. Bild, 3. Szene)

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