neue Ausgabe
jetzt
Online!
 
 |
 |
Der erste Fernsehkanal für klassische Musik: Opern-
und Ballettaufführungen, Konzertmitschnitte und Dokumentationen - ohne
Werbeunterbrechungen, in digitaler Bild- und Tonqualität, täglich
und rund um die Uhr. |
 |
Suchen Sie noch ein außergewöhnliches Geschenk?
Für Leute, die Spaß an Ausdrucksmöglichkeiten und "Farben"
von Stimmen haben und die es gewöhnt sind bei Zeitgenössischer
Musik durch verschiedene Klangschichten hindurch zu "fokussieren". Die Geschichte
wird wie ein innerer Film erlebt - nach mehrmaligen Hören ändern
sich Assoziationen, Gewichtungen und
Perspektiven. Rolf
Riehm - Machandelboom - Hörstück nach dem Märchen der
Gebrüder Grimm auf SACD.
Infos...
NMZ...
Deutschlandfunk... |
Berlin: Musik des russischen
Kinos
Das RSB spielte Filmmusik von Alfred Schnittke am
5. November
2005
Volker Schlöndorff
verfilmt edie Geschichte eines im KZ Dachau inhaftierten Priesters -
"Der neunte Tag"
. Der Film ist komplett mit Musik von
Alfred Schnittke
hinterlegt.
Links:
Das
Erste,
Rheinischer
Merkur Interview,
Bayrischer Rundfunk,
Bernhard-Wicki-Preis.
Ungewöhnlich ist auch der Einsatz von Musik in dem Film Der neunte
Tag
Volker Schlödorff: Als wir anfingen, an dem Film zu arbeiten,
hatte ich mich mit Jürgen Haase, dem Produzenten, und allen Mitwirkenden
darüber geeinigt: Eigentlich keine Musik. Ich höre wahrscheinlich
im KZ keine Musik. Und mit dieser Strenge wurde das auch inszeniert. Das
heißt, die Szenen mussten auch ohne Musik tragen und für sich
selbst sprechen. Als der Film fertig war, merkte ich:
Es wirkt manchmal dann doch dokumentarisch - eine Musik würde erlauben,
es etwas abzuheben von der Wirklichkeit. Zufällig schleppte ich eine
Platte von Schnittke, ein Cello-Konzert, mit mir herum.
Wie man das so macht, habe ich versucht, das anzulegen, um herauszufinden,
welche Musik passen würde und da hat sich für mich eine alchemistische
Verbindung hergestellt, dass ich nicht mehr frei war. Ich konnte den Film
immer mit dieser Musik hören, mit diesem einen Concerto. Damit haben
wir den emotionalen Resonanzboden; da vibriert noch etwas anderes mit, als
diese intellektuellen Argumente, ohne dass wir jemals die Geige nehmen, um
eine spezielle Szene zu unterstreichen.
Es ist vielmehr eine Musik, die den gesamten Film begleitet.
A. Berg: Violinkonzert
(Dem Andenken eines Engels, 1935) B. Britten: Violinkonzert d-Moll
op. 15 (1939)
Daniel Hope (Violine), BBC Symphony Orchestra, Paul Watkins (Leitung) -
Kritik...
Preis
der deutschen Schallplattenkritik,
New York
Times.
Daniel Hope gewinnt den
"Classical Brit
Awards" ...
"Der Junge spielt wie
der Teufel". Fazil Say - das
Multitalent.
Schnittke-Interpretationen
auf
höchstem
Niveau.
Hier kümmert
man sich um selten gespielte Werke:
Musikproduktion
Jürgen Höflich.
17 Jahre nachdem Schnittke
sein erstes Konzert für Violoncello und Orchester 1986 beendete, bringt
der Verlag Sikorski nun einen
Klavierauszug dazu auf den Markt.
Sergej Prokofjew in der Sowjetunion
Verstrickungen Mißverständnisse Katastrophen
The Verlag Ernst Kuhn
starts in 2004 with a new series Prokofjew-Studien. As did our six volumes
Schostakowitsch-Studien the Prokofjew-Studien will bring together a collection
of high quality academic work of musicologists and authors from many countries
that extends, refines and challenges our knowledge of the life and work of
the composer. Papers are encouraged from all over the world in English or
German (10-30 printed pages) and should be submitted by the end of 2003.
The series starts with the topic given above, and there are encouraged proposals
for the forthcoming volumes.
Der Verlag Ernst Kuhn
beginnt im Jahre 2004 mit der Reihe Prokofjew-Studien. Wie die bereits
erschienenen sechs Bände der Schostakowitsch-Studien sind auch die
Prokofjew-Studien offen für Beiträge von Autoren und Wissenschaftlern
aus der ganzen Welt, die geeignet sind, unser Wissen über Leben und
Werk Prokofjews zu erweitern und zu vertiefen. Beiträge in Englisch
oder in Deutsch (Umfang: 10-30 Druckseiten) sollten bis Ende des Jahres 2003
an den Verlag gesandt werden. Die Reihe beginnt mit einem Band unter dem
oben genannten Titel. Vorschläge für Themen und Titel weiterer
Bände der Reihe sind hochwillkommen.
Please send your papers to (or ask for further information):
Verlag Ernst Kuhn
P. O. Box 080147
D-10001 Berlin
Germany
eMail: kuhn@vek.de
Internet: www.vek.de
Martinu, Konzert für zwei Klaviere und Orchester.
Schnittke, Konzert für Klavier zu vier Händen und
Kammerorchester, Homage a Grieg, Polyphonischer Tang; Klavierduo
Genova&Dimitrov, Radio Philharmonie Hannover des NDR, Eiji Oue - cpo/jpc
CD 999 804
Daniel Hope CD - Naxos
übernimmt den Vertrieb.
Hier die
Übersetzung des Beiheftes.
Der Schönhausen-Chor
Krefeld brachte am 29.Juni 2003 Alfred Schnittkes "Requiem" zur Aufführung.
Weitere Informationen erhalten Sie auch unter
www.schoenhausenchor.de
. Herr Musik-Pofessor Heinz-Albert Heindrichs erstellte eine
Analyse diese bedeutenden Werkes.
Seinen öffentlichen Vortrag dazu hielt er am 18.06. in Krefeld.
Daniel Hope Website ist
überarbeitet worden - unter
www.danielhope.com.
Die deutsche Version ist in Arbeit.
Gidon Kremer - Philip
Glass: Concerto for Violin And Orchestra, Alfred Schnittke: Concerto Grosso
No. 5.
Weiter
->
"DIE TONKUNST online"
- Das monatliche Online-Magazin für klassische Musik aus Lübeck
steht pünktlich zum Neuen Jahr erstmals im Netz!
... mit zahlreichen Verlinkungen und Email-Kontakten sowie einer eigens gesetzten
Druckversion im pdf-Format. Klicken Sie auf
www.junge-tonkunst.de
und dort auf den Zeitungs-Button im Kopf der Start-Seite. Die Redaktion der
DEMATON wünscht allen zukünftigen Lesern ein gesundes und
glückliches neues Jahr 2003, und viel Freude bei der Lektüre!
Universal
Wo Berio noch mittelbar
vom schwelenden Diskurs der Postmoderne bestimmt ist, befindet sich Alfred
Schnittke schon mittendrin. Seine "Concerti grossi nos. 1 & 5" sind
Stilcollagen durch die musikalischen Jahrhunderte, die er mit der verhaltenen
Ironie des ernsten Intellektuellen zu neuer Form verknüpft. Da gibt
es barocke Motive, Anspielungen an Kunstfolklore wie den Tango, Filmmusikverweise
und sogar ein Kinderlied, das bis zur Oberfläche durchscheint. Mit Hilfe
herausragender Interpreten wie Gidon Kremer zwischen 1988 und 1991 aufgenommen,
gelingt hier ein stellenweise stark kodiertes Klanggemälde der
Polystilistik, das vor allem für die Eingeweihten zahlreiche intertextuelle
Entdeckungen zu bieten hat. Schnittke äußerte einmal über
sich: "Es ist einer meiner Lebenszwecke, die Kluft zwischen ernster und
Unterhaltungsmusik zu überbrücken, auch wenn ich mir dabei den
Hals breche". Mit den "Concerti grossi" und "Quasi una Sonata" allerdings
braucht er sich deshalb keine Sorgen zu machen.
Weiter->
Jan Müller-Wieland
"Ballad of Ariel"
für Violine und großes Orchester (2002)
- Daniel Hope gewidmet -
Auftragswerk des Konzerthauses Berlin
Uraufführungen 12.,13.,14. September 2002 um 20 Uhr
Daniel Hope (Violine), Vladimir Fedosseyev (Leitung), Berliner
Sinfonieorchester
In einer sternenklaren
Nacht kann man gegenwärtig mit einiger Mühe tief über dem
Südhorizont einen mit bloßem Auge gerade noch erkennbaren Stern
finden und als den Planeten Uranos identifizieren. Einigen technischen Aufwandes
bedarf es schon, um auch seine Monde sichtbar zu machen, die ihre Namen nach
Gestalten aus Dichtungen Shakespeares erhalten haben, so auch der Mond Ariel,
dessen zerklüftetes Antlitz mittlerweile von Sonden photographiert wurde.
In Shakespeares "Sturm" ist Ariel ein phantastischer, gutmütiger Luftgeist,
den sich der auf eine Insel verbannte Prospero zu Diensten gemacht hat und
am Ende in Freiheit entläßt. Am Beginn von Goethes Faust II begegnet
uns Ariel als Anführer jener Elfen, die Faust einen kathartischen Schlaf
ermöglichen. "Ariel" ist aber auch ein Band nachgelassener Gedichte
von Sylvia Plath überschrieben, die 1963 ihrem Leben ein Ende setzte
und in deren Texten gescheiterte Liebe, zerbrechendes Leben und Todesobsessionen
nachhallen. Im Hebräischen bedeutet Ariel soviel wie "Feuerherd Gottes"
oder "Löwe Gottes". Im Alten Testament bezeichnet Ariel den obersten
Teil des Brandopferaltars (Hesekiel 43,13ff) und wird zudem bei Jesaja als
Synonym für Jerusalem gebraucht. Ein weites Spektrum an Bedeutungen
und Assoziationen läßt sich also mit jenem Namen verknüpfen,
auf den Jan Müller-Wieland (Gewinner des Förderpreises für
Komponisten der Ernst von Siemens-Musikstiftung 2002) mit seiner Ballade
für Violine und großes Orchester anspielt.
Die instrumentale Ballade ist ein Kind des 19. Jahrhunderts, verwandt mit
der Rhapsodie und der sinfonischen Dichtung, mit deren erzählender,
"raunender" Haltung die "Ballad of Ariel" durchaus korrespondiert. Wenngleich
der "Ballad of Ariel" geradezu szenische Qualitäten eignen und manche
Vortragsbezeichnung in der Partitur sich liest wie eine Regieanweisung,
läßt sich das Werk nicht auf ein eindeutiges Programm reduzieren,
bleibt die Musik vieldeutig und voller Geheimnisse wie jene mythische Gestalt
Ariel, die von der Solo-Violine verkörpert wird.
Anfang und Ende der Ballade korrespondieren: wir vernehmen Ariel jeweils
fernab "apatico" singen. Amorph wirken die klanglichen Verlautbarungen am
Beginn - Fragmente von Melodien, ein Kreisen um wenige Töne, oft dissonant
gespannte Doppelgriffe. Diese Klänge sind aus einem Modus (einer Tonleiter)
gewonnen, die an das sogenannte "Zigeuner-Moll" erinnert, wie wir es aus
ost- und südosteuropäischer Musik kennen. Dieser Modus, der Melodik
und Harmonik fortan färben wird, ist uralt und gleichsam mit Geschichte
getränkt - auch auf diese Weise korrespondierend mit dem mythischen
Ariel. Die fragile Klangwelt des Beginns - neben den genannten Elementen
wären vor allem einige wiederkehrende rhythmische Formeln zu nennen
- exponiert im wesentlichen das Vokabular, aus dem in unausgesetzten
Metamorphosen das Werk fortan entwickelt wird.
Das Orchester - gleichsam die instrumentale Welt repräsentierend - und
ein in der Höhe postierter Blechbläserchor antworten auf den fernen
Gesang Ariels "euphorico" mit weit ausholenden melodischen Bögen, einem
markanten rhythmischen Motiv, insistierend wiederholten Tönen und Akkorden
sowie ostinaten Figuren und Skalen. Nach dieser beschwörenden "Anrufung"
betritt Ariel die Bühne - kommt auf die Welt:
...
Der Tau fliegt
Selbstmörderisch eins mit dem Ritt
Ins rote Auge, den Kessel des Morgens.
(Sylvia Plath "Ariel")
Die Begegnung Ariels mit der Welt vollzieht sich im zentralen Teil des Werkes,
der nach einer kadenzartigen Überleitung in ruhigem Tempo einsetzt.
Anfangs dominiert Ariel mit arabeskenreichem Spiel. Später kontrapunktieren
zunächst in weicher Zeichnung durch Flöten, Klarinetten und
Hörner melodische Linien des Orchesters und schaffen so ein mal dichteres,
dann wieder zerschlissenes musikalisches Gewebe, in das zerklüftete
Baßfiguren gelegentlich interpoliert sind wie Femdkörper.
Nach einem dynamischen Höhepunkt mündet die Entwicklung in eine
zerbrechlich schöne, traumgleiche Solokadenz Ariels - eine Vision von
Harmonie, die spätestens dann zergeht, wenn mit einem Cluster des Klaviers
und Fanfaren-Klängen aus der Höhe Insignien des ersten
"Euphorico"-Abschnittes wieder aufscheinen.
Wie ein Bogen also ist die "Ballad of Ariel" geformt, jedoch bringt der zweite
"Euphorico"-Abschnitt nicht die Wiederkehr von schon Gehörtem, sondern
erscheint er wie das Gegenbild, das Negativ des ersten und löst er die
katastrophische Dimension ein, die in den Worten von Sylvia Plath mitschwingt.
Grundiert vom metallisch eisigen Klang von Eisenkette, Röhrenglocken,
Becken und Cymbal verlischt die "Ballad of Ariel" in einem immateriellen
Flageolett-Klang in größter Entfernung.
Jens Schubbe (Dramaturg, Konzerthaus-Berlin)
Berlin
Sternenwandler und Fußgänger
Berliner Morgenpost, 14.09.2002
Erstaunlicherweise war im Konzerthaus zuvor auch Schnittkes Violakonzert
gegen den Strich gebürstet worden. Juri Baschmet, der
Uraufführungssolist von 1986, verlieh dem traumhaft traurigen Ausnahmewerk
einen Zug ins Objektive, verwandelte Schnittkes Herzgewächse in Eisblumen.
Der lakonische, scheinbar ungerührte Gestus des Bratsche spielenden
Gottes trug dazu bei, dass sich eine Aura des Unwiderruflichen einstellte.
Mit Daniel Hope
brillierte wenige Tage später ein zweiter Weltklassesolist im Konzerthaus.
Er begann auf einem Stehplatz hinter dem Mittelrang, wanderte dann mit Jan
Müller-Wielands Violinkonzert «Ballad of Ariel» Richtung
Bühne, um dort an der Seite des unter Vladimir Fedosejew agierenden
Berliner Sinfonie-Orchesters eine fesselnde Uraufführung hinzulegen.
Ausgefeilte Orchestertechnik, sentimental sinnierende Kadenzen, dazu ein
reich ornamentierter Klangteppich zeichnen dieses Werk aus. Hope stolzierte
auf spitzen Stelzen über die Saiten und schluchzte sich durch manches
Vibrato, verschwand am Ende wieder, während vorne gespenstisch Glocken
läuteten und Eisenketten rasselten. Danach erfreute uns Fedosejew mit
einer stringenten Tschaikowsky-Fünften....
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2002, Nr. 125, S. BS3
Süße ohne Kitsch
Järvi und Hope beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Mit einem Konzertprogramm,
das auf durchaus willkommene Weise einmal gar nicht von der Handschrift deutscher
Musikdramaturgen gezeichnet war, gab
Kristjan
Järvi jetzt sein Berlin-Debüt beim Rundfunk-Sinfonieorchester.
Der jüngste aus der mittlerweile berühmten estländischen
Dirigentenfamilie der Järvis ist in Amerika aufgewachsen, hat vor allem
in New York und Los Angeles gearbeitet und ist derzeit Leiter der schwedischen
Norrlands Opera. Vor zwei Jahren erhielt er den Deutschen Schallplattenpreis
für eine Aufnahme des von ihm gegründeten Absolute Ensemble aus
New York, die Kammersinfonien von Schönberg und John Adams kombinierte.
Ein Werk von John Adams hatte er auch jetzt zum RSB mitgebracht, dazu Strawinskys
Sinfonie in drei Sätzen und Prokofieffs 2. Violinkonzert. Ein Wunschprogramm
vermutlich, das schon recht bestimmte Erwartungen weckt. Kristjan Järvi
löst sie ein, auf überraschende Weise.
Für Prokofieffs Violinkonzert bilden Järvi und der junge englische
Geiger Daniel Hope
ein geradezu ideales Gespann. Die Genauigkeit im Zusammenspiel mit dem vielfarbig
aufgebrochenen Orchester ist von hinreißendem geigerischen Können
und musikalischer Intelligenz. Und Daniel Hope bringt auch jenen subjektiven
Mitteilungswillen hinein, um den Järvis etwas unterkühlte Brillanz
einen Bogen zu machen scheint. Das wirkt jedoch, da Hope alles andere als
ein virtuoser Egomane ist, nicht konträr, sondern komplementär.
Die Menuhin-Schule, durch die der jetzt Achtundzwanzigjährige noch als
einer der letzten gegangen ist, ist nicht zu überhören. Hopes Ton
zielt weniger auf Brillanz, als auf Innigkeit und Ausgeglichenheit, sein
Vibrato ist unglaublich flexibel und vermag den Ton zu einer Süße
zu formen, die dennoch gar nichts Kitschiges hat. Portamenti werden nicht
nur hingenommen, sondern bewußt eingesetzt. So steht gleich der seufzend
aufsteigende Moll-Dreiklang, mit dem die Violine unbegleitet das Stück
eröffnet, in überraschend deutlichem, aber nicht unvermitteltem
Kontrast zu der sachlichen Wiederholung im Orchester. All den grotesken und
traumartig verschobenen Umwandlungen dieses Themas spüren Hope und
Järvi mit ein und derselben Sorgfalt nach, und es wird dabei in seltener
Anschaulichkeit deutlich, mit welcher Verdichtung und welchem Beziehungsreichtum
zwischen Solo und Orchester Prokofieffs Phantasie hier arbeitet. Den zweiten,
leicht kitschverdächtigen Satz mit seinem anspielungsreichen Serenadenton
spielte Hope ganz verhalten, nach innen gewandt, weder sentimental noch in
karikierender Schmeichelei. Und die Interpretation des letzten Satzes mit
seinem Kastagnettenklappern verzichtete auf alles anbiedernde Pseudo-Temperament,
es blieben das gleichsam Konjunktivische, Zitathafte und die maskenhafte
Ironie dieser Heiterkeit spürbar.
MARTIN WILKENING
Alle Rechte vorbehalten. ©
F.A.Z. GmbH, Frankfurt am
Main
Daniel Hope: Classical
Brits nomination rounds-off a superlative first quarter of the year for the
young British
violinist
Tipp des Monats
Giya Kancheli / Alfred Schnittke
Vom Winde beweint/Konzertfür Viola und Orchester
Kim Kashkashian : viola / Orchester der Beethovenhalle Bonn / Rundfunk
Sinfonie-Orchester Saarbrücken / Dennis Russell Davies : conductor ,
ECM
1471
 |
Dedicated to Victims of War and Terror
Dimitri Shostakowitsch: Kammersymphonie, Op. 110a
Alfred Schnittke: Konzert für Klavier und Streichorchester
Constantin Orbelian: Pianist und Dirigent, Moskauer Kammerorchester
Delos SACD 3259 |
Multichannel
Die neue
SACD
Mehrkanaltechnik erlaubt erstmals die Akustik des Aufnahmeraumes
ins Wohnzimmer zu transportieren. Im Gegensatz zur "Heimkino-Technik", wo
die zusätzlichen Kanäle zur Geräuschübermittlung
gebraucht werden, werden hier die völlig diskreten 5 Zusatzkanäle
genutzt, um die komplette Rauminformation des Konzertsaales zu übertragen.
Ein 6ter Kanal ist für einen Deckenlautsprecher reserviert, über
den (z.B. bei Aufnahmen in Kirchen) die Raumhöhe wiedergegeben
wird. Sony stellte eine
derart konfigurierte Anlage auf der
HighEnd in Frankfurt
vor. Das Ergebnis ist nur als "schier atemberaubend" zu bezeichnen. Erstmals
"passt" ein grosses Orchester akustisch in ein Wohnzimmer. Der Vergleich
Mono/Stereo drängt sich förmlich auf - höchstwahrscheinlich
der grösste Durchbruch in der Audio-Technik der letzten 30 Jahre.
Die ersten Multichannel-Geräte von Philips und Sony gelangen zur Zeit
in den Handel.
Die grösste Software-Auswahl incl.Importe bietet zur Zeit die
"World of SACD".
Neue Musik in der Schule
Ein Dokumentationsband
des Pfau-Verlags informiert über das von Komponisten und Lehrern an
österreichischen Schulen durchgeführte Projekt
«Klangnetze».
Hier die Rezension.
Florenz
Die
Bilder und der Programmtext (in
Italienisch) vom Schnittke Konzert "Nuovi Eventi Musicali" am 11. April
in Florenz incl. Widmung von Yuri Bashmet. Für die kommende Saison werden
noch Sponsoren gesucht!
...we're working to the next season, especially to the concert dedicated
to Alfred Schnittke. That event will be probably organized with Fondazione
Romoaldo Del Bianco (visit their site,
www.fondazione-delbianco.org);
we have already some contacts with Kronos Quartet, that would play two string
quartets by Schnittke.
Obviously we're looking for sponsors, and we hope that you will be able to
help us in finding them.
Mario Setti and
Matteo Fossi
Skalkottas
Druckfrisch auf dem
Büchermarkt ist eine Dissertation über die Musik des
Schönberg-Schülers
Nikos Skalkottas, das
ich als sehr wichtige Lektüre werte. Insbesondere innerhalb der
Schönberg-Forschung dürfte es einige Diskussionen aufwerfen. Da
es wahrscheinlich noch lange dauert, bis das Buch in einer der gängigen
Fachzeitschriften besprochen ist, hier der Link zu meiner eigenen, sehr kurzen
Rezension des Titels (erschienen im Pfau-Verlag, Saarbrücken):
Skalkottas, Schönberg und die Zwölftontechnik:
http://www.meome.de/app/de/artcont_portal_news_article_jsp/72931.html.
Eine detaillierte Untersuchung zum Komponieren des griechischen
Schönberg-Schülers Nikos Skalkottas wirft ein neues Licht auf die
Zwölftontechnik.
Stefan Drees
FONO FORUM
Heft Juni 2001 Seite
73. Rezension von Daniel Hopes 3. CD: ...Schade, dass der sehr informative,
von Hope selbst verfasste Begleittext nur in englischer Sprache abgedruckt
wurde.
Hier der deutsche Text als
.doc Datei (ca.
33Kb)
Gstaad
"MUSIK FÜHRT DEN KRIEG"
Der britische Geiger,
Daniel Hope,
vor kurzem zum Nachwuchskünstler des Jahres von den Zeitschriften FonoForum
und Rondo gewählt, hat eine Produktion namens "Musik führt den
Krieg" zusammengestellt. Das außergewöhnliche Projekt, das im
Sommer 2001 beginnt, bietet eine spannende Darstellung von Musik und Theater,
und feiert das 30ste Todesjahr von Strawinsky.
Der weltberühmte Schauspieler Klaus Maria Brandauer begegnet
sieben Stars der Nachwuchsgeneration: Sergei Nakariakov (Trompete),
Daniel Hope (Violine) Sharon Kam (Klarinette), Colin Currie
(Schlagzeug, gerade für die Classical Brits nominiert), Jean
Raffard (Solo Posaunist der Opera de Paris), Annika Pigorsch
(Kontrabassistin des London International Quintet) und Rachel Gough
(Solo Fagottistin des London Symphony Orchestra); für einen unvergesslichen
Abend, mit der halbszenischen Aufführung in deutscher Sprache, von
Strawinskys magischen, musikalischen Theaterstück, "Die Geschichte vom
Soldaten".
Brandauer zitiert: " Dieses musikalische Werk ist einfach eine
faszinierende Geschichte. Und dadurch, das es einen gesprochenen Text gibt
kann man sehr klar herausarbeiten, wie man manchmal durch laute Dinge
verführt wird. Wir sind Künstler. Ganz einfach: Wir sind gegen
den Krieg. Wir können in unserem Tun über Dinge des Lebens nachdenken.
Und dadurch, das wir nachdenken, können wir diejenigen , die uns
zuhören und zuschauen, auch zum Nachdenken bringen."
Vor dem Stravinsky wird eine wichtige Frage gestellt: welche Rolle der Krieg
über die Jahrhunderte in der Musik gespielt hat, sowohl auf dem Kriegsfeld
als auch woanders...? Die Antwort erfolgt als Militärmusik mit
Märschen und Musik von Beethoven und anderen Komponisten, ergänzt
durch Poesie und Texten über Krieg und Frieden von Schöpfern wie
Goethe, Rilke und Hermann Hesse, präsentiert von Klaus Maria Brandauer.
Thomas Hengelbrock dirigiert.
Außerdem erklingt
Jan
Müller-Wielands neue Bearbeitung von Beethovens Egmont Ouverture,
spezifisch für die Besetzung von Strawinskys "Die Geschichte vom Soldaten".
Müller-Wieland, 1966 in Hamburg geboren und ehemaliger Schüler
von Hans Werner Henze sagt über seine Bearbeitung: "Diese Transkriptionen
ist Fiktion über mein Verhältnis und Verständnis von Beethoven
und Strawinsky und ihre Beziehung zueinander."
Die Zusammenarbeit von Musikern aus sieben verschiedenen Länder (u.a.
Israel, Russland, Deutschland) ist auch ein Versuch, einen gemeinsamen Frieden
durch die Musik anzustreben. Yehudi Menuhin glaubte sehr an diese Idee, weshalb
die erste Aufführung in seinem
Festival in
Gstaad stattfinden wird, am 4.August 2001.
Daniel Hope's
3 CD
(Nimbus NI 5666)
Werke von Elgar, Finzi, Walton
" Vor einigen Jahren forderte
mich ein bekannter Dirigent auf, Violinkonzerte für eine Tournée
vorzuschlagen. Ich entschied mich für britische Musik, woraufhin die
Bemerkung fiel: "O, ich nehme an Sie denken an Elgar...." . Für viele
Menschen heißt britische Musik einfach ELGAR; und das trotz des
reichhaltigen Repertoires an Werken von hervorragenden britischen Komponisten,
von denen viele im Ausland vollkommen unbekannt sind. Meine dritte CD beginnt
mit Elgar, geht dann aber zu anderen Komponisten über. Die Musik von
Gerald Finzi schien mir ideal als Brücke von der steten Majestät
von Elgars England zum überwältigenden Einfallsreichtum William
Waltons. Drei vollkommen verschiedene Komponisten in drei total verschiedenen
Rhythmen. Von den vielen ihnen gemeinsamen Eigenschaften ist die Auswirkung
des Krieges wohl die interessanteste. Bei Elgar und Walton hat der verstorbene
Yehudi Menuhin mir zu einem besseren Verständnis dieser Riesen der Musik
verholfen. Mit dieser CD möchte ich sowohl diesem einzigartigen
Künstler Tribut zollen als auch britische Musik einem breiteren Publikum
näherbringen."
Daniel Hope
weitere Aufnahmen
Endlich wird ein Traum
wahr: Die Firma SONY bietet mit der Super Audio CD erstmals
die Möglichkeit legendäre Aufnahmen in Master-Qualität
zuhause zu erleben. Bei neuen Aufnahmen fehlen die bekannten Härten
und die mässige Klangfarbenreproduktion der CD völlig. Ein Schritt
in die richtige Richtung!
 |
2 der legendären Ennemoser Geigen können
ab sofort bei der Firma
Clockwork Audio in
Köln probegespielt werden. |
Neue Seiten des Komponisten und
Dirigenten Stephen
Harrap.
Yuri
Bashmets
Fan-Seite
mit sämtlichen Konzerten der nächsten Zeit.
© clockwork.de |