Oper
in 3 Akten von Jörg Morgener und Alfred Schnittke nach dem Volksbuch
von Johann Spies (Frankfurt am Main, 1587)
Elektronische Musikteile von Andrej Schnittke
| Doctor Johann Faustus |
Baß |
Mephostophiles, höllischer
Geist,
| (auch: Dienstbarer Geist des
Faust/Marschall) |
Countertenor |
Mephostophila, weiblicher höllischer
Geist,
| (auch: Gräfin von Bayern/Die
schöne Helena, Königin von Griechenland) |
Alt |
| Alter, frommer Arzt |
Tenor |
| Drei Grafen |
3 Baritone |
| Herzog von Bayern |
Baß |
| Weinherr |
Baß |
| Drei Studenten |
3 Baritone |
| Erzähler |
Tenor |
Verdammte in der Hölle,
Wachen,
| Gäste des Bayernfürsten,
leibhaftiger Teufel |
stumme Rollen |
Luzifer, Bekannte und Freunde des
Faust,
Studenten, Bauern in der Schenke, Schröter,
| Reflektierende Betrachtungen,
Kapitel-Überschriften |
Chor |
Studenten, Instrumente, Gockel, Alter
Affe, Vögel,
| 13 Affen, Kalbskopf, Drache, Die
schöne Helena |
Ballett |
Ort und Zeit: Europa zur Zeit der
Renaissance
7 Dekorationen
3 (Picc),3 (EnglHorn),3 (Es-Klar, BaßKlar, AltSax, BarSax),2 (KFag)
- 4,4,4,1 - Schl (6 Spieler: Pk, Flex, Holzblock, Tamb, Tomtoms, MilitärTr,
kl. Tr, gr. Tr, Bk, Tam-tam, RöhrenGl, Glsp, Xyl, Vibr, Marimb), E-Git,
BaßGit, Cel, Klav, Cemb, Org, 2 Synthesizer, Streicher
Historische Instrumente: Zwerchpfeife, Krummhorn, Laute, Zither
abendfüllend
Im ersten Akt wird Fausts Herkunft, sein Studium in Wittenberg,
sein titanischer Wissensdurst und die Beschwörung des Teufels beschrieben.
Einem längeren Disput mit dem teuflischen Geist Mephostophiles folgt
die Verschreibung auf 24 Jahre.
Der zweite Akt handelt von der Dienstbarkeit des Geistes, mit dem sich Faust
auch über die Hölle und deren Hierarchie unterhält. Man erlebt
Fausts Flug über die Länder der Erde und seine Fahrten in die
Hölle und in den Himmel. Die Erkenntnis, daß ihm das Paradies
verschlossen bleibt und daß ihm ein höllisches Ende beschieden
ist, betrübt ihn tief. Nach dem erlittenen Schock führt Faust ein
ungezügeltes Leben als Schwarzkünstler und Zauberer, der mit
böswilligen Scherzen seine Macht beweist. Dem Versuch einer Bekehrung
durch einen erfahrenen Arzt folgt eine neue Verschreibung. Mehrfach kreuzt
die schöne Helena seinen Weg, die (wie alle anderen weiblichen Rollen)
als verkappte Teufelin Mephostophila gedeutet wird. Die Furcht vor dem
herannahenden schrecklichen Ende führt Faust zu drei inhaltsschweren
Wehklagen. Eingeschoben sind hämische Spottreden der höllischen
Geister, ferner ein großer Ballettakt, der die Erscheinungen der
Walpurgisnächte beschwört.
Der dritte Akt beinhaltet den Triumph des Teufels. Nachdem sich Faust von
seinen Studenten verabschiedet hat, wird er vom Teufel gerichtet. Ein geistlicher
Epilog warnt die Nachwelt (und damit auch unsere Gegenwart) vor jedwedem
Pakt mit dem Bösen.
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