| Black Earth, Silk Road, Silence of Anatolia, Paganini
Variationen und andere Klavierwerke
Fazil Say, Klavier - Kammerorchester Gulbenkian -
Orchestre National de France u. a.
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AV 4954 (Vertrieb: harmonia mundi) |
| Den mußt du dir anhören,
der Junge spielt wie der Teufel! sagte der Komponist
Aribert
Reimann zum Klavierprofessor David Levine. Der hörte sich den
fünfzehnjährigen Fazil Say, Sohn eines Schriftstellers aus Ankara,
an und ruhte nicht eher, bis er diesen Teufel als Stipendiaten
des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes als Studenten in seiner Klavierklasse
am Düsseldorfer
Robert-Schumann-Institut
hatte. So begann der Siegeslauf des inzwischen 33jährigen Pianisten
außerhalb seiner Heimat. Vorausgegangen waren Studien am einst von
Paul
Hindemith gegründeten Konservatorium von Ankara: Klavier bei einem
Schüler von
Alfred
Cortot, Komposition bei einem Zögling von
Henri Dutilleux - es wäre schandbar, da von einem
provinziellen Hintergrund zu sprechen. Nach dem Studium in Düsseldorf
machte Say mit einem Lehrauftrag für Korrepetition an der Berliner
Hochschule der Künste erste Erfahrungen mit der Lehrtätigkeit und
dem Leben als Ausländer in Deutschland: Eifersüchtig wachte die
Ausländerbehörde darüber, daß er seine Aufenthaltserlaubnis
pünktlich jeden Monat verlängern ließ.
1994 gewann Fazil Say den Wettbewerb
Young Concert Artists
International Auditions in New York.
Kurt
Masur saß in der Jury und wurde zu einem wichtigen Mentor,
Konzertengagements in die USA häuften sich, und Say verlegte seinen
Wohnsitz nach New York. Inzwischen hat sich seine solistische Karriere auf
die ganze Welt ausgeweitet, er präsentiert sein immenses Repertoire
in Soloabenden, Auftritten mit Orchester und als Kammermusiker.
Doch das ist nur eine Facette dieses Genies an Vielseitigkeit: Say ist
gleichzeitig ein vielbeachteter Komponist, dessen Werke weite Verbreitung
finden. So wurde beispielsweise sein zweites Klavierkonzert Silk Road, das
auch auf dieser CD zu hören ist, 1996 in New York uraufgeführt.
Stilistisch unterwirft er sich keinen Zwängen, verleugnet seine
türkischen Wurzeln nicht, steht zu seiner Verankerung in einer
kosmopolitischen Kultur und käme nicht auf den Gedanken, seine Liebe
zum Jazz zu verbergen. So steht er einzig für sich selbst, ein
Individualist, fern von jeder Ideologie, ein Multitalent und Brückenbauer
zwischen den Kulturen.
Und als ob das alles noch nicht genügte, brach er in diesem Jahr zu
einer Tour mit dem Titel Ein türkischer Virtuose auf türkischen
Straßen in die türkische Provinz nach Anatolien auf, um
junge Zuhörer für die Klassik zu begeistern. Und sie saßen
ihm in überfüllten Sälen zu Füßen, wenn er ihnen,
das Mikrophon in der Hand, Meisterwerke von Mozart, Bach, Ravel und Liszt
vorspielte und erläuterte oder auf Zuruf hin improvisierte. Fazil Say
verkörpert die verbindenden Kräfte der Musik in einem Maß,
das ihn für die Nachfolge des unermüdlichen Humanisten
Yehudi Menuhin
zu prädestinieren scheint.
aus "harmonia mundi magazin"
Fono Forum Dezember
2003
"harmonia mundi is the most artistic classical label around"
The Wall Street Journal
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