1977 lernte ich bei
der Schallplattenaufnahme meines Klavierquintetts mit Gidon Kremer auch den
genialen Yuri Bashmet kennen. Er bat mich um ein Bratschenkonzert, womit
ich auch sofort einverstanden war, ohne zu ahnen, daß ich es erst 1985
beenden konnte.
In gewisser Hinsicht hat es einen
(vorläufig) abschließenden Sinn - denn zehn Tage nach Beendigung
der Arbeit kam der ausweglose Schlaganfall, und ich konnte erst langsam in
einen zweiten Lebenskreis eintreten, den ich jetzt durchschreite. Wie in
einer Vorahnung des Kommenden entstand eine Musik mit hastigem Durchs-Leben-Jagen
im 2. Satz und langsamer und trauriger Lebensüberschau an der Todesschwelle
im 3. Satz.
Außer dem Tonumfang hatte ich an
keinerlei technische Begrenzungen des Soloparts zu denken, denn Yuri Bashmet
spielt alles und alles schien möglich. Ich widmete ihm das Stück
und freue mich über dessen Weiterleben auch in Händen anderer.
Uraufführung:
09. Januar 1986, Amsterdam,
Yuri Bashmet,
Concertgebouw Orchestra, Lukas Vis.
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